Bemerkenswert

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Abbitte oder die Schatten der Vergangenheit

Irgendwann in meinem Leben hat eine Freundin von mir ein Nähatelier eröffnet. Dort habe ich sie, um etwas zusammen zu machen und um sie zu unterstützen, eine Wand gemietet, wo ich auf Regalen Waren feil bot. Von wieder anderen Freunden von mir, habe ich Ware in Kommission genommen. Im Wert von 2000 Franken. Der Laden ging fast so schnell Bach ab wie die Idee dazu damals gereift war. Damit auch unsere Freundschaft. Nicht wegen dem Laden an sich, mehr wegen anderen Geschichten, die das Leben so mit sich bringt, wie so oft, Männer waren auch involviert….

Da ich mich in einer wilderen Phase meines Lebens befand, hab ich die Sachen irgendwo verstaut anstatt zurückgebracht. Die Freunde haben mich nie darauf aufmerksam gemacht, mein schlechtes Gewissen in sporadischen Abständen aber schon. Immer wieder plante ich, wie ich mich melde und das in Ordnung bringe, aber wie mehr Zeit verstrich, wie schwieriger wurde es, dazu kam der Zweifel, ob ich die Sachen noch zurückgeben kann, und die Angst wegen dem Geld. Viele Jahre meines Lebens waren 2000 Franken sehr viel Geld. Dazu noch, dass das Ganze von recht schlechtem Charakter zeugt, wer will da schon hinschauen.

Die Krönung kam, als ich den einen mal per Zufall getroffen habe. Der, der mir die Ware in Kommission gegeben hat. Er sprach mich nett darauf an und ich verleugnete alles. Tat als wüsste ich nicht, wovon er sprach…  Das brachte die Sache natürlich nochmals in ein sehr schlechtes Licht für mich… Besonders weil ich ihn eigentlich immer sehr geschätzt habe, in seinem Haus viel erlebt…

Es wurde wirklich eine grosse Misere. Tiefes Verdängen, dann wieder vor mir Rechtfertigen,  Phasen von klären wollen…

Insgesamt sind 16 Jahre so verstrichen… Und jetzt ging es einfach nicht mehr. Ich wollte die Leiche in meinem Keller endlich loswerden. Und so hab ich mich bei ihm gemeldet. Jetzt sind wir daran eine Lösung zu finden. Ich bin sehr froh darüber, aber mich darin anzunehmen, dass ich sowas getan habe, fällt mir echt schwer.

Yoga

Diese Woche habe ich eine Yogawoche. Das heisst, ich besuche täglich von 7.30-9.30 Yogaunterricht. Heute ist Tag 4 und mir tut langsam alles ein bisschen weh. Ich spüre meinen Körper intensiv. Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für den inneren Schweinehund. Was mach ich hier eigentlich? Tut sowas meinem Körper wirklich gut? Ich liege jetzt einfach ab, Shawasana und ruh mich aus… So in dem Stil. Aber natürlich waren das einfach nur Gedanken, und ich hab schön brav mit dem Yoga weitergemacht.

Dieses da durchgehen und ausharren hat mir jetzt als Geschenk ein paar Erkenntnisse gebracht:

Wenn ich innerlich loslassen kann, meinen Widerstand aufgeben, ist es plötzlich sehr leicht.

Wenn ich mich gefangen fühle in einer Position, hätte ich für einen Moment jammern können wie ein Kleinkind. Da hatte ich eine Verbindung zu mir, als  ich noch klein war. Eine Verbindung über das fühlen.

Wenn ich mich zu 100 Prozent fokussieren kann, ist alles andere Ausgeblendet.

Gedanken haben überhaupt nichts mit dem Moment zu tun. Schon länger ist eines meiner Mantras, um unsinnige Gedankenspiralen zu durchbrechen: Bleib im Moment. Bleib im Moment.

Ausharren in einer Yogaposition gibt Biss für andere Sachen im Leben durchzuziehen.

Durch das, ja man könnte auch sagen ein bisschen überfordern meines Körpers komme ich wirklich körperlich auch weiter. Werde beweglicher, uralte Verspannungen können sich endlich verändern, auflösen.

Und durch das Yoga, Yoga und nochmals Yoga bin ich jetzt innerlich ganz ruhig. Om

Frieden

Ich lese ein Buch. So ein Ratgeber-Buch. Grundprinzip ist verzeihen anstatt zu verurteilen. Denn wir sind ja alles nur Menschen. Und so auf dem Verzeih-trip, sind wir freien Geistes, um uns um unsere Angelegenheiten und unser Geschick und unsere Pläne zu kümmern.  Ich find die Idee ja wunderbar. Erstens hat mich schon immer die Sequenz aus der Bibel fasziniert, wo eine Frau, ich glaub es war sogar Maria Magdalena, die find ich eh (ohne allzuviel über sie zu wissen) ganz chic, vielleicht nur aus einer Parallele zu meinem Namen, was mir, als ganz junge Frau und der Provence an einem Seminar über Feldenkreis und Tanz, ein ganz eindrucksvoller Mann mal gesteckt hat. Uffff. Das war ja jetzt ein langer Satz…. Und die Sequenz die ich meine ist in etwa die: Der, der noch nie gesündigt hat werfe den ersten Stein…

Ja, obwohl biblischen Alters dieser Spruch, finde ich ihn extrem eindrücklich. Was wäre, wenn wir wirklich aufhören würden, uns zu verurteilen, ob verbal oder mit Steinen, was ja Gott sei Dank heute, jedenfalls in der westlichen Hemisphäre (sagt man das überhaupt so? Tönt jedenfalls ein bisschen beeindruckend 😉 wohl hoffentlich nicht mehr passiert. Also das Steinigen meine ich. Und statt dessen einfach unseres Weges weitergehen würden? Die Energie für uns zu behalten, für unsere Pläne?

Schon immer denke ich, weil einer ein Arsch zu mir ist, strenge ich mich doch an, mich selber zu bleiben, und nicht mit der gleichen Arsch-Art entgegenzuhalten… Legitimiert von der: Er hat angefangen-Sandkasten-Arsch-Art.

Viel zu oft läuft es so. Momentan bin ich echt überzeugt, dies könnte den Weltfrieden auslösen. Leider geh ich den meisten damit auf den Sack ;-O. Weil ich dann halt auch ein bisschen Guru-Haft bin, im vertreten der neuen Erkenntnis, und so auch schon wieder die andern verurteile, die verurteilen anstatt vergeben…

Live is not that easy…

Und einfach über andere Lästern und Herziehen extrem faszinierend und befriedigend…

Eigenverantwortung

Seit Wochen ja geht es mir einfach nicht so gut. Immer wieder Stimmung im Keller und so. Gestern endlich, beim Gespräch mit einer Freundin, die ich nicht so oft sehe, mich aber sehr inspiriert, erkenne ich die Ursache.

Mein Freund ist so schwer in der Stimmung, weil er so viel für seine Ex bezahlen muss. Geld und daher auch Energie, die einfach aus seinem Leben abfliessen. Das kann einen schon belasten. Ich meine wer würde sich darüber freuen, und hier in seinem Fall ist es wirklich extrem ungerecht, da sie eh von der Sozialhilfe lebt und er die meiste Erziehungsarbeit bei seinen Töchtern gemacht hat und macht. Nirgends bekommt er Anerkennung, was er alles für diese Familie getan hat. Im Gegenteil, er muss jetzt noch mehr Arbeiten gehen, da seine Alimente von einem höheren Einkommen berechnet werden, als er in Wirklichkeit hat, da er Teilzeit arbeitet. Teilzeitarbeiten ist für ihn also keine Option mehr. Tja, nun ist es so. Die Gesetze sind einfach ungerecht. Von Gleichberechtigung keine Spur.

Obwohl wir es eigentlich gut haben zusammen erkenne ich jetzt, dass ich mich von ihm dennoch Runterziehen lasse. Gut das ich das jetzt sehe, so kann ich den grauen feuchten Teppich abstreifen, und einfach öfters beflügelnde und inspirierende Momente mit Freundinnen verbringen. Und vielleicht hellt ihn das dann auch wieder auf.

Erstaunlich wie viel energetisches einfach unbewusst auf uns wirkt…

Wenn dich der Blitz trifft

Eine jahrelange Ehe mit zwei Kindern in Ausbildung. Die Familie funktioniert, aber der Ofen ist aus. Liebesleben ist keines mehr vorhanden, weil er nicht mehr will. Er ist oft unpässlich, hat Schwindel und sonstige Schwächen, geht von einem zum nächsten Arzt, man findet nichts, er verharrt darin, dass etwas nicht stimmt. Mal seine Emotionen anzuschauen und in psychischer Richtung zu forschen hat er abgebrochen. Ernährung oder Trinkgewohnheiten anpassen? Ach was…

Sie kann seine Klagen nicht mehr hören, darüber hinaus ist sie verzweifelt ob der Abweisung von ihr als Frau. Sie meinte, sie könne auch kein bedauern mehr häucheln. Ja das muss sie ja nicht, sie sollte ehrlich sein mit ihm. Ihm ihre Gefühle mitteilen, auch wenn es nicht das ist, was er hören will. Ausdrücken was ihr Herz sagen will. Und aufhören, Sachen zu sagen, die sie glaubt zu sagen wäre angebracht. Aber, da hat sie Angst, wenn dann plötzlich wirklich eine schlimme Krankheit bei ihm herauskäme, dann wäre sie ja dann fast ein bisschen mitverantwortlich…

Vieles tun wir oder tun wir nicht, aus Angst vor ungewollten, aber auch unvorhersehbaren Konsequenzen. Denken wir wirklich wir wären Gottgleich, und könnten so viel Einfluss haben? Und wenn wir es wären, würden wir ja besser daran tun, eine solch starke Wirkkraft in die Richtung zu nutzen, wo unser Herz am liebsten hinmöchte.

Aber so hocken wir wie die verängstigten Kaninchen im Bau um halten uns still.

Dabei nützt alles nichts. Wenn uns der Blitz trifft, trifft uns halt der Blitz. Trauen wir uns zu leben und ehrlich zu sein mit uns selber. Authentisch zu werden.

Blut ist dicker als Wasser

In einer Beziehung, in der nur ein Partner Kinder hat ist natürlicherweise ein Ungleichgewicht. Denn wer Kinder hat dessen Herz ist Lebenslänglich vergeben. Dessen Verbindung zur Expartnerin bleibt durch die gemeinsamen Kinder und Alimente bestehen. Wer keine Kinder hat, der ist unverhältnismässig um ein vielfaches freier.

Wie kann ein Paar diese Ungleichgewichte ausgleichen? Wie geht die Kinderlose damit um, dass sie sich manchmal ausgeschlossen fühlt? Wohin mit aufkeimender Eifersucht auf die Töchter? Denn solche Gefühle sind doch Tabu. Wohin mit der Ohnmacht, dass vom eigentlich gemeinsamen Budget immer ein Teil abfliesst. Ein Teil der doch für gemeinsame Pläne gut gebraucht werden könnte.

Die Sehnsucht in vielen von uns Menschen ist nach einer Verschmelzung. Eine Verschmelzung, die wahrscheinlichen so oder so nicht möglich ist. Aber immerhin könnte man die Illusion haben, man könnte mit dem anderen verschmelzen.

Man bleibt immer aussen vor.

Und mit dieser Situation ist es so wie mit anderen. Man kann das Problem grösser machen oder ignorieren. Aber, keine Geiss schleckt es weg…